Eizellspende im Ausland: was die Schweiz verbietet und welche Wege es gibt
In der Schweiz ist die Eizellspende verboten. Viele Paare aus der Schweiz und aus Deutschland lassen sich deshalb im Ausland behandeln, am häufigsten in Tschechien. Diese Seite fasst die Rechtslage mit Quellen zusammen. Sie ersetzt keine Rechts- oder ärztliche Beratung.
Rechtslage in der Schweiz
Das Fortpflanzungsmedizingesetz (FMedG, Art. 4) verbietet die Eizellspende, die Embryonenspende und die Leihmutterschaft. Die Samenspende ist dagegen erlaubt, aber nur für verheiratete Paare, seit der «Ehe für alle» auch für verheiratete Frauenpaare.
Der Bundesrat prüft eine Zulassung der Eizellspende. Solange das Gesetz nicht geändert ist, bleibt sie in der Schweiz verboten.
Deutschland und Österreich
In Deutschland verbietet das Embryonenschutzgesetz die Eizellspende. Österreich erlaubt sie seit 2015 unter Bedingungen: Die Empfängerin darf bei Behandlungsbeginn höchstens 45 Jahre alt sein, und die Spende ist nicht anonym. Das Kind kann später die Identität der Spenderin erfahren.
Tschechien als wichtigstes Zielland
Tschechien erlaubt die anonyme Eizellspende für ein Paar aus Frau und Mann, das gemeinsam schriftlich zustimmt. Eine Ehe ist nicht nötig, die Frau darf höchstens 49 Jahre alt sein. Alleinstehende Frauen und Frauenpaare sind ausgeschlossen.
Gründe für Tschechien sind die kurze Anreise aus der Schweiz, Deutschland und Österreich, viele deutschsprachige Kliniken und geringere Kosten als in Westeuropa. Ob eine Spende anonym oder offen ist, ist eine wichtige persönliche Entscheidung. Sie hat Folgen für das Recht des Kindes, seine Herkunft zu kennen.
Was Sie vor der Reise klären sollten
Lassen Sie sich von Ihrer Klinik schriftlich bestätigen, ob Sie die Voraussetzungen erfüllen. Planen Sie Medikamente, Termine und Ultraschall-Kontrollen zuhause mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt. Lassen Sie rechtliche Fragen zur Abstammung im Heimatland beraten.
Häufige Fragen
Ist Eizellspende in der Schweiz erlaubt?
Nein. Art. 4 des Fortpflanzungsmedizingesetzes verbietet die Eizellspende in der Schweiz. Eine Gesetzesänderung wird zwar geprüft, ist aber noch nicht in Kraft.
Quellen: Fortpflanzungsmedizingesetz (FMedG), Fedlex · BAG · Rechtsetzungsprojekte zur Fortpflanzungsmedizin
Welche Länder erlauben Eizellspende?
Im DACH-Raum und in Tschechien erlauben Österreich (unter Bedingungen, Empfängerin höchstens 45, Spende nicht anonym) und Tschechien (anonym, Paar aus Frau und Mann, Frau höchstens 49) die Eizellspende. In der Schweiz und in Deutschland ist sie verboten.
Quellen: Fortpflanzungsmedizingesetz Österreich, RIS · Zákon č. 373/2011 Sb. (Tschechien), MPSV · Fortpflanzungsmedizingesetz (FMedG), Fedlex · Embryonenschutzgesetz (ESchG), gesetze-im-internet.de
Ist eine Eizellspende im Ausland für Schweizerinnen strafbar?
Das FMedG regelt Behandlungen in der Schweiz. Für die Abstammung des Kindes und für Fragen nach der Rückkehr sollten Sie sich vor der Behandlung individuell rechtlich beraten lassen. ember gibt keine Rechtsberatung.
Dürfen Frauenpaare in Tschechien eine Eizellspende erhalten?
Nein. Das tschechische Gesetz setzt die gemeinsame Anfrage einer Frau und eines Mannes voraus. Alleinstehende Frauen und Frauenpaare sind ausgeschlossen.
ember ist keine Klinik, kein medizinischer Anbieter und keine Rechtsberatung. ember stellt keine Diagnosen, verschreibt nichts und ändert keine Dosierungen. Demo-Daten sind fiktiv.